Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des Körpers; sie verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein und ermöglicht das Abrollen des Fußes. Trotz ihrer Stärke ist sie anfällig für Überlastungsbeschwerden, sogenannte Tendinopathien. Zudem gehört der Achillessehnenriss zu den häufigsten Sportverletzungen. In unserem Blog erklären wir die Ursachen, den Unterschied zwischen verschiedenen Formen der Achillessehnenprobleme und wie wir Sie ohne oder mit minimal invasiver Therapie zurück zu Bewegung und Sport begleiten.
Achillodynie und Tendinopathie – Ursachen und Risikofaktoren
Der Begriff Achillodynie beschreibt schmerzhafte Veränderungen der Achillessehne, meist bedingt durch degenerative Umbauprozesse und nicht durch eine „Sehnenentzündung“ im klassischen Sinne. Risikofaktoren sind unter anderem höheres Lebensalter, Diabetes, Rheuma, Übergewicht, erhöhtes Cholesterin und erhöhte Harnsäue im Blut, falsches Schuhwerk, Biomechanik und Fehlstellungen sowie exzessives oder plötzlich gesteigertes Training. Besonders Läufer*innen und Ballspielende spüren den Schmerz häufig nach dem Training oder morgens beim ersten Schritt. Eine verkürzte Wadenmuskulatur und verminderte Sprunggelenksbeweglichkeit erhöhen die Belastung auf die Sehne.
Midportion- vs. Insertionstendinopathie – zwei verschiedene Erkrankungen
Es gibt zwei Hauptformen der Achillessehnen-Tendinopathie: die Midportion-Tendinopathie, bei der der Schmerz einige Zentimeter oberhalb des Fersenbeins liegt, und die Insertionstendinopathie, bei der der Ansatz am Fersenbein betroffen ist. Bei der Insertionstendinopathie kann ein knöcherner hinterer (dorsaler) Fersensporn beteiligt sein.
Symptome – wann sollten Sie handeln?
Betroffene bemerken häufig:
- Schmerzen und Steifigkeit zu Beginn einer Belastung, die nach dem „Warm-Up“ nachlassen und bei starker Beanspruchung wiederkehren.
- Schwellung und Verdickung der Sehne.
- Empfindlichkeit bei Druck einige Zentimeter oberhalb des Sehnenansatzes oder direkt am Fersenknochen.
- Bei einem Sehnenriss spüren Patient*innen einen plötzlichen peitschenartigen Schlag, gefolgt von einer deutlichen Funktionsstörung; häufig können sie nicht mehr auf den Zehen stehen.
Je früher Sie handeln, desto besser sind die Heilungschancen. Unbehandelte Tendinopathien können chronisch werden und die Gefahr eines Risses erhöhen.
Diagnose – Erfahrung und moderne Bildgebung
Die Diagnose stützt sich zunächst auf eine ausführliche Anamnese und klinische Untersuchung. Wir palpieren die Sehne, testen ihre Elastizität und prüfen die Beweglichkeit des Sprunggelenks. Zur genauen Beurteilung setzen wir hochauflösenden Ultraschall ein. Damit lassen sich Verdickungen, degenerative Veränderungen und kleinste Risse darstellen. Zudem können wir Gefäßneubildungen erkennen, die bei chronischer Tendinopathie auftreten. In speziellen Fällen kann zusätzlich ein MRT sinnvoll sein, insbesondere zur Operationsplanung.
Evidenzbasierte, konservative Therapie
Die meisten Achillessehnenprobleme lassen sich ohne Operation behandeln. Leitlinien empfehlen exzentrische Kräftigungsübungen als Basistherapie: Das langsam geführte Absenken der Ferse über die Stufe stärkt die Sehne und regt die Kollagensynthese an. Wir entwickeln für Sie ein detailliertes Übungsprogramm, das Sie zu Hause durchführen können. Ergänzend wenden wir folgende Verfahren an:
- Stoßwellentherapie (ESWT): Energiereiche Schallwellen fördern die Durchblutung und Zellregeneration. In Studien wurde eine signifikante Verbesserung der Symptome bei midportion- und insertionalen Tendinopathien gezeig.
- Magnetotransduktion (EMTT): Magnetische Pulse stimulieren die Stoffwechselaktivität und unterstützen die Heilung.
- Low‑Level‑Lasertherapie: Der Laser wirkt entzündungshemmend und analgetisch.
- Ultraschallgesteuerte Injektionen: Bei chronischen Beschwerden injizieren wir Hyaluronsäure oder Polidocanol ausserhalb der betroffenen Achillessehne exakt unter Ultraschallkontrolle.
Diese konservativen Maßnahmen werden individuell kombiniert. In den meisten Fällen führt die Kombination aus exzentrischem Training, Stoßwelle und Laser in zwölf bis sechszehn Wochen zu einer deutlichen Besserung. Wichtig ist Ihre Mitarbeit: Eine konsequente Durchführung der Übungen und das Anpassen der Trainingsbelastung sind entscheidend.
Behandlung von Achillessehnenrissen
Bei einem vollständigen Achillessehnenriss ist in den meisten Fällen eine Operation notwendig, um die Sehne zu nähen oder zu rekonstruieren. Dank minimal invasiver Techniken verläuft der Eingriff schonend, und Sie können bereits nach kurzer Zeit mit physiotherapeutischer Rehabilitation beginnen. Für ältere oder wenig aktive Patient*innen kann je nach Rissform auch eine konservative Therapie mit einer speziellen Spitzfuss-Orthese in Betracht kommen. Wir beraten Sie ausführlich über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode.
Rehabilitation – zurück zu Sport und Alltag
Die Rehabilitation bei Achillessehnenproblemen und -rissen ist umfangreich. Nach der Akutphase folgt die schrittweise Belastungssteigerung. Zu Beginn setzen wir das Anti‑Schwerkraft‑Laufband ein, das es Ihnen ermöglicht, gelenkschonend zu gehen und zu laufen. Parallel bauen wir die Wadenmuskulatur kontrolliert auf. Später folgen Sprung- und Koordinationsübungen. Geduld ist wichtig: Eine vollständige Heilung der Sehne kann sechs bis zwölf Monate dauern. Unsere Physiotherapeut*innen begleiten Sie eng und passen den Trainingsplan an Ihre Fortschritte an.
Unsere Erfahrung und Fallbeispiele
In unserer Praxis haben wir zahlreiche Patientinnen, von ambitionierten Läuferinnen bis zu Freizeitsportler*innen, erfolgreich behandelt. Ein Marathonläufer mittleren Alters, der wegen einer Midportion-Tendinopathie kaum noch trainieren konnte, erzielte nach einer Kombination aus exzentrischem Training, fokussierter Stoßwelle und Hyaluronsäure-Injektionen eine vollständige Beschwerdefreiheit und konnte nach sechs Monaten sein Training wieder aufnehmen. Eine Hobby-Fußballerin mit insertionaler Tendinopathie profitierte von einer Kombination aus Lasertherapie und EMTT; durch die enge Zusammenarbeit mit unserem Physioteam fanden wir die optimale Belastungssteuerung, sodass sie bereits nach wenigen Wochen schmerzfrei spielen konnte. Diese Fallbeispiele zeigen, dass individuelle Therapiekonzepte einen großen Unterschied machen.
Belastungssteuerung und Prävention im Alltag
Neben der Therapie ist es entscheidend, die Belastung der Achillessehne nachhaltig zu regulieren. Wir analysieren Ihre Lauftechnik, beraten Sie zu geeignetem Schuhwerk und zeigen Ihnen Möglichkeiten zur Trainingsvariation, etwa den Wechsel von Asphalt auf weichere Untergründe. Regelmäßige Tage ohne Impact‑Sport und das Einbauen von Alternativsportarten wie Schwimmen oder Radfahren entlasten die Sehne. Für sportlich ambitionierte Personen erstellen wir periodisierte Trainingspläne, die auf regenerative Phasen achten und so langfristige Sehnenprobleme verhindern.
Prävention und Tipps
Sie können viel tun, um Achillessehnenbeschwerden zu vermeiden:
- Graduale Trainingssteigerung: Erhöhen Sie Umfänge und Intensität langsam, den Laufumfang pro Woche maximal um 10%..
- Optimale Ausrüstung: Tragen Sie gut gedämpfte Schuhe mit ausreichender Fersensprengung >8mm.
- Regelmäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur und Mobilisieren des Sprunggelenks.
- Kräftigung: Stärken Sie die Muskulatur des Fußgewölbes und der Waden mit gezielten Übungen.
- Gewichtsmanagement und Ausgleich von Fehlstellungen durch Einlagen.
Unser Behandlungsansatz – wissenschaftlich fundiert
In der SportPraxis Austria verbinden wir modernste Diagnostik mit langjähriger Erfahrung. Unser interdisziplinäres Team verfolgt einen evidenzbasierten Ansatz, der sich an aktuellen Studien orientier. Wir integrieren neueste Verfahren wie Stoßwellen- und Magnetfeldtherapie und setzen auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen, Physiotherapeutinnen und Patientinnen. In anonymisierten Fallserien konnten wir zeigen, dass über 80 % unserer Patientinnen mit konservativer Therapie schmerzfrei wurden und zu ihrem Sport zurückkehren konnten. Unser Ziel ist es, Operationen zu vermeiden, wenn sie nicht notwendig sind, und Ihnen eine nachhaltige Lösung für Ihr Achillessehnenproblem zu bieten.
Wir begleiten Sie zurück in die Bewegung
Haben Sie Schmerzen entlang der Achillessehne oder befürchten Sie einen Riss? Zögern Sie nicht und lassen Sie sich untersuchen. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser ist die Prognose. Über unsere Online‑Terminbuchung können Sie rund um die Uhr einen Termin vereinbaren Klicken Sie hier, um Ihren persönlichen Beratungstermin in Perchtoldsdorf zu buchen. Denken Sie daran, dass wir als Privatpraxis gesetzlich Versicherte auf Selbstzahlerbasis behandeln Unsere Praxis ist nur wenige Schritte von der S‑Bahn‑Station Perchtoldsdorf entfernt, sodass Sie uns auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem erreichen können. Wir freuen uns darauf, Ihnen mit modernen Methoden zu helfen, Ihre Achillessehne zu stärken und Ihre sportlichen Ziele wieder zu erreichen.

