Gesellschaft. Viele sprechen vom „Hexenschuss“ – ein plötzlich einschießender Schmerz, der die Bewegung blockiert. Andere verwenden den medizinischen Begriff Lumbago für unspezifische Schmerzen im unteren Rücken. Obwohl die Beschwerden meist harmlos sind und innerhalb weniger Tage bis Wochen von selbst verschwinden, sollten Warnsignale ernst genommen und eine gezielte Therapie eingeleitet werden, um chronische Verläufe zu vermeiden.
Lumbago oder Hexenschuss – was steckt dahinter?
Der klassische Hexenschuss entsteht oft beim ruckartigen Bücken, Heben oder Drehen. Eine Kombination aus Wirbelblockierung und reflexhafter Muskelverspannung führt zu einem plötzlich einschießenden Schmerz Bei unspezifischer Lumbago lässt sich keine klare Ursache identifizieren; die Schmerzen können von Muskeln, Bandscheiben oder kleinen Wirbelgelenken ausgehen. In den meisten Fällen handelt es sich nicht um ernsthafte Erkrankungen; schwerwiegende Ursachen wie Bandscheibenvorfälle, Wirbelbrüche oder Entzündungen sind selten
Symptome und Warnzeichen
Typische Symptome sind:
- Plötzlicher stechender Schmerz im Lendenbereich, der die Beweglichkeit einschränkt.
- Muskelverspannung im unteren Rücken.
- Ausstrahlender Schmerz ins Gesäß oder in die Oberschenkel.
In den meisten Fällen lassen die Schmerzen innerhalb weniger Tage nach. Sie sollten jedoch ärztliche Hilfe suchen, wenn Taubheitsgefühle, Lähmungen, Fieber, unwillkürlicher Harn- oder Stuhlabgang oder Schmerzen nach einem Unfall auftreten; diese Warnzeichen können auf ernste Erkrankungen hinweisen.
Diagnostik – wann sind Untersuchungen nötig?
Bei einem akuten Hexenschuss mit typischen Symptomen ist meist keine Bildgebung erforderlich. Die Diagnose erfolgt anhand der körperlichen Untersuchung. Bestehen Warnzeichen oder halten die Schmerzen länger als sechs Wochen an, können Ultraschall, Röntgen oder MRT zum Einsatz kommen, um ernste Erkrankungen auszuschließen. In unserer Praxis nutzen wir die Untersuchung, um Differenzialdiagnosen wie Bandscheibenvorfälle, Wirbelgelenksarthrosen (Spondylarthrose) oder Muskelzerrungen zu erkennen.
Akute Behandlung – Ziel: Selbstheilung unterstützen
Die Therapie des Hexenschusses zielt darauf ab, die Selbstheilung zu unterstützen und die Aktivität so schnell wie möglich wieder aufzunehmen Wichtige Maßnahmen sind:
- Schonung, aber keine Bettruhe: Kurze Ruhephasen können helfen, doch längeres Liegen schwächt die Muskulatur.
- Schmerzmedikation: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) lindern Schmerzen und Entzündungen; bei Bedarf können Muskelrelaxanzien eingesetzt werden
- Wärmeanwendungen: Wärme lockert verspannte Muskulatur Wir empfehlen Wärmekissen, warme Bäder oder Wärmepflaster.
- Moderne physikalische Therapie: Stoßwelle, Lasertherapie und EMTT stimulieren die Heilung und entspannen die Muskulatur
- Ultraschallgesteuerte Injektionen: Bei starken Schmerzen können Infiltrationen an die kleinen Wirbelgelenke die Beschwerden rasch lindern
Neuere internationale Leitlinien betonen, dass Patient*innen möglichst früh aktiv bleiben sollen, um die Rückenmuskulatur zu erhalten. Kurze Spaziergänge und leichte Dehnübungen sind meist möglich.
Physiotherapie und langfristige Rehabilitation
Sobald die akuten Schmerzen abklingen, ist Physiotherapie zentral, um Rückfälle zu verhindern. Übungen zur Kräftigung der Rücken‑ und Bauchmuskulatur stabilisieren die Wirbelsäule Unsere Physiotherapeut*innen erstellen individuelle Programme, die auch Dehnungen der Hüftbeuger, der ischiokruralen Muskulatur und der seitlichen Rumpfmuskeln beinhalten. Wir empfehlen:
- Kernstabilisation und funktionelles Training.
- Koordinationstraining (z. B. mit Balancepads).
- Ergonomieberatung zur Gestaltung von Arbeitsplatz und Alltagsbewegungen
- Anti‑Schwerkraft‑Laufband: Für Patient*innen mit anhaltenden Beschwerden ermöglicht dieses Gerät sanftes Gehen und Laufen
Weitere evidence‑basierte Maßnahmen
In Abhängigkeit der Ursache kommen zusätzliche Behandlungsoptionen in Betracht:
- Manuelle Therapie und Chirotherapie: Mobilisation der Wirbelgelenke löst Blockierungen und lindert Schmerzen.
- Akupunktur: Leitlinien bestätigen einen Nutzen von Akupunktur bei chronischem unspezifischem Rückenschmerz.
- Spinale Manipulation: Qualifiziert durchgeführte Manipulationen können akute Beschwerden verbessern.
- Psychologische Maßnahmen: Stress kann Rückenschmerzen verstärken; Entspannungsverfahren und Achtsamkeit helfen, einen gesunden Umgang mit Schmerzen zu finden.
In seltenen Fällen, z. B. bei Bandscheibenvorfällen mit Nervenwurzelkompression, kann eine Operation nötig werden. Wir arbeiten mit erfahrenen Wirbelsäulenchirurg*innen zusammen und beraten Sie umfassend.
Prävention – Rücken stärken für den Alltag
Spezifische versus unspezifische Rückenschmerzen
Rückenschmerzen lassen sich in zwei Kategorien einteilen: unspezifische Schmerzen, bei denen keine ernsthafte Ursache gefunden wird, und spezifische Schmerzen, die durch Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenose, Frakturen oder entzündliche Erkrankungen verursacht werden. Unspezifische Rückenschmerzen machen mehr als 90 % der Fälle aus. Ihre Prognose ist gut – sie heilen in der Regel ohne Folgen aus, wenn frühzeitig eine körperliche Aktivität aufgenommen wird Spezifische Ursachen müssen jedoch früh erkannt werden, um Schäden zu vermeiden. Deshalb fragen wir nach Symptomen wie Fieber, Gewichtsverlust oder neurologischen Ausfällen und entscheiden gemeinsam mit Ihnen, ob weitere Untersuchungen notwendig sind.
Wann sollte man sofort ärztliche Hilfe suchen?
Bestimmte Symptome erfordern eine rasche Abklärung. Dazu zählen fortschreitende Lähmungen, Gefühlsstörungen im Genital- und Gesäßbereich, unwillkürlicher Harn- oder Stuhlabgang, starke Schmerzen nach einem Unfall sowie bekannte Tumorerkrankungen. Diese „Red Flags“ können auf ernste Erkrankungen wie das Cauda-equina-Syndrom, Wirbelkörperbrüche oder Tumore hinweisen. In solchen Fällen organisieren wir umgehend eine weiterführende Diagnostik mit MRT und ziehen gegebenenfalls Neurochirurg*innen hinzu.
Chronische Rückenschmerzen – ein biopsychosoziales Problem
Halten Rückenschmerzen länger als zwölf Wochen an, spricht man von chronischen Schmerzen. In solchen Fällen spielen neben körperlichen Ursachen auch psychische und soziale Faktoren eine entscheidende Rolle. Stress, Überforderung und negative Emotionen können die Schmerzverarbeitung im Gehirn verändern und zu einer schmerzhaften Dauerschleife führen Daher integrieren wir in unser Behandlungskonzept Entspannungstechniken, Atemübungen und gegebenenfalls eine psychologische Betreuung. Das Ziel ist, das Aktivitätsniveau schrittweise zu steigern und die Lebensqualität zu verbessern, ohne Angst vor Bewegung zu entwickeln.
Unsere Erfahrungen und ein integrativer Ansatz
In der SportPraxis Austria behandeln wir Menschen mit unterschiedlichsten Lebens- und Belastungshintergründen: Büroangestellte mit sitzender Tätigkeit, Bauarbeiterinnen mit schwerer körperlicher Arbeit, ambitionierte Hobby-Athletinnen. Unser integrativer Ansatz kombiniert die Empfehlungen internationaler Leitlinien mit moderner physikalischer Medizin und individueller Beratung. So hat ein Patient mit wiederkehrendem Hexenschuss nach einem gezielten Programm aus Muskelaufbau, Lasertherapie und ergonomischer Beratung gelernt, seinen Rücken im Alltag zu schonen und gleichzeitig stark zu belasten – seither ist er beschwerdefrei. Eine Patientin mit chronischem Lumbago profitierte von Stoßwelle und EMS-basiertem Muskeltraining, kombiniert mit Stressmanagement; sie berichtete nach wenigen Wochen eine deutliche Schmerzreduktion. Solche Fallbeispiele zeigen, wie wichtig ein personalisiertes, ganzheitliches Konzept ist.
Die meisten Hexenschüsse lassen sich durch präventive Maßnahmen vermeiden. Unsere Tipps:
- Stärken Sie Ihre Rumpfmuskulatur: Ein regelmäßiges Core‑Training stabilisiert die Wirbelsäule.
- Bleiben Sie in Bewegung: Tägliche Spaziergänge, Radfahren oder Schwimmen erhalten die Beweglichkeit.
- Achten Sie auf Ihr Körpergewicht und eine ausgewogene Ernährung.
- Richtige Hebetechnik: Heben Sie schwere Lasten aus den Beinen mit geradem Rücken und verteilen Sie die Last.
- Ergonomischer Arbeitsplatz: Stellen Sie Ihren Bürostuhl, Schreibtisch und Bildschirm so ein, dass Sie aufrecht sitzen.
- Stress reduzieren: Psychische Belastung verstärkt die Muskelspannung und kann Schmerzen auslösen
Unser ganzheitlicher Ansatz
Bei akuten und chronischen Rückenschmerzen verbinden wir schulmedizinische Therapien mit modernen, nicht‑invasiven Verfahren. In der SportPraxis Austria legen wir großen Wert auf eine umfassende Diagnostik und eine individuelle Therapieplanung. Unser Team aus Ärztinnen, Physiotherapeutinnen und Sportwissenschaftler*innen stützt sich auf evidenzbasierte Leitlinien und unsere langjährige Erfahrung. Dank moderner Technologien wie Stoßwellentherapie, Laser, EMTT und präzisionsgesteuerten Injektionen können wir die Heilung unterstützen und die Muskulatur schnell entspannen. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der Medizin, Bewegung und Prävention vereint Unser Standort in Perchtoldsdorf ist nur 200 m von der S‑Bahn entfernt und somit gut erreichbar
Lassen Sie sich professionell betreuen
Sie kämpfen mit einem Hexenschuss oder wiederkehrenden Rückenschmerzen? Wir unterstützen Sie dabei, die Ursache zu finden und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Buchen Sie einen Termin über unsere Online-Terminplattform, die Ihnen jederzeit zur Verfügung steht. Hier können Sie Ihren Termin vereinbaren. Beachten Sie, dass wir als Privatpraxis gesetzlich Versicherte auf Selbstzahlerbasis behandeln. Unser Team freut sich darauf, Sie in der SportPraxis Austria zu begrüßen und gemeinsam Ihren Rücken zu stärken.

