Ein derbes, oft hautfarbenes oder leicht gerötetes Polster über dem mittleren Fingergelenk, das beim Aufstützen, Faustschluss oder bei der Arbeit drückt und manchmal überraschend schmerzhaft wird – das ist das klinische Bild der „Knuckle Pads“ oder Fingerknöchelpolster. Sie sind eine sehr seltene Form aus der Familie der Fibromatosen, zu denen auch der Morbus Dupuytren und der Morbus Ledderhose der Fußsohle gehören. Knuckle pads treten an den Streckseiten der proximalen Interphalangealgelenke (PIP-Gelenke) auf. Häufig sind sie beidseits und an mehreren Fingern zu finden. Patientinnen und Patienten suchen unsere Praxis in Perchtoldsdorf in der Regel auf, weil die Polster schmerzhaft geworden sind oder sich rasch verändern – die kosmetische Komponente steht selten im Vordergrund.
Was Knuckle Pads sind – und was sie nicht sind
Knuckle Pads bestehen histologisch aus einer fibrotischen Bindegewebsproliferation, ähnlich der Palmarfibromatose beim Morbus Dupuytren. Tatsächlich besteht zwischen beiden Krankheitsbildern eine klinisch relevante Assoziation: Patientinnen und Patienten mit Knuckle Pads haben überdurchschnittlich häufig auch eine Palmarfibromatose / Morbus Dupuytren der Hohlhand, eine Lederhose-Krankheit (Morbus Ledderhose) der Fußsohle oder eine Induratio penis plastica (Morbus Peyronie). Dieses gemeinsame Auftreten wird unter dem Sammelbegriff „fibromatose Diathese“ zusammengefasst und ist auch genetisch erklärbar.
Wichtig ist die Abgrenzung: Knuckle Pads sind keine Schwielen und keine harmlosen mechanischen Verdickungen. Sie sind keine Warzen und keine entzündliche Veränderung der Strecksehne. Eine saubere klinische Untersuchung – ggf. mit Ultraschall und in Einzelfällen Biopsie – sichert die Diagnose und schließt seltene Differenzialdiagnosen aus.
Warum die fokussierte ESWT eine sinnvolle Option ist
Die Behandlungsmöglichkeiten waren über viele Jahre begrenzt. Lokale Maßnahmen (Kortisoninfiltration, Kryotherapie, chirurgische Exzision) haben jeweils ihre eigenen Limitationen – Rezidive sind häufig, Narbenbildung nach Exzision kann zusätzliche Probleme bringen. Aus dem aktuellen Übersichtspaper von Prof. Knobloch in „Die Orthopädie“ (2026) zur ESWT in der Handchirurgie geht hervor, dass schmerzhafte Knuckle Pads als seltene Fibromatose der Hand durch die fokussierte Stoßwellentherapie Schmerz reduziert werden können. Diese Erkenntnis ist therapeutisch relevant, weil sie eine nicht-invasive, ambulant durchführbare Option eröffnet, ohne kosmetische Risiken und ohne Narben.
Der Therapieablauf an der SportPraxis Austria
Diagnostik
Wir untersuchen die Polster klinisch, befragen Sie zur Familienanamnese (Morbus Dupuytren in der Familie?) und zu möglichen begleitenden Fibromatosen, ergänzen einen hochauflösenden Ultraschall der Polster und der darunterliegenden Strecksehnenstrukturen. Auf Basis dieser Befunde entscheiden wir gemeinsam, ob und wie wir die Polster regenerativ behandeln.
Fokussierte Stoßwellentherapie
Die fokussierte ESWT wird im Bereich der Knuckle Pads mit angepassten Therapieparametern angewandt – die Lokalisation am PIP-Gelenk erfordert sorgfältige Positionierung und individuell abgestimmte Energiedichten, um die darunterliegenden Strukturen (Strecksehnen, Gelenkkapsel) zu schonen. Eine Behandlungsserie umfasst typischerweise drei Sitzungen im Wochenabstand. Die Wirkung baut sich über mehrere Wochen auf und kann anhalten – Rezidive sind, wie bei jeder fibrotischen Erkrankung, nicht ausgeschlossen.
Ergänzende Modalitäten
Bei besonders ausgeprägten oder hartnäckigen Befunden kann eine ergänzende radiale Druckwellentherapie oder die Magnetfeldtherapie EMTT diskutiert werden. Auch eine begleitende Lasertherapie LLLT ist als nicht-invasive Ergänzung möglich.
Wer besonders profitiert
Profitieren werden Patientinnen und Patienten, deren Knuckle Pads symptomatisch schmerzhaft sind oder im Alltag stören, die nicht-operative Alternativen zur Exzision suchen, und die im Rahmen einer fibromatosen Diathese (zusätzlich Palmarfibromatose, Ledderhose) ein konsistentes regeneratives Therapiekonzept wünschen. Auch bei rein kosmetischer Indikation kann die ESWT in Einzelfällen besprochen werden – mit klar kommunizierten realistischen Erwartungen.
Ein systematischer Überblick zur Anwendung der ESWT an der Hand findet sich in unserem Pillar-Artikel zur ESWT in der Handchirurgie.
Praxis in Perchtoldsdorf
Die SportPraxis Austria in der Alfred-Merz-Gasse 9 ist 200 m von der S-Bahn entfernt und aus Wien, Mödling und dem Umland in wenigen Minuten erreichbar. Mehr zu Person und Schwerpunkten von Prof. Dr. Knobloch unter Vita, Anfahrt unter Standort & Kontakt.
Termin online vereinbaren
Wenn Sie Ihre schmerzhaften Fingerknöchelpolster regenerativ abklären lassen möchten, vereinbaren Sie Ihren Termin bei Prof. Dr. Karsten Knobloch direkt online:
Häufige Fragen zu Knuckle Pads
Sind Knuckle Pads gefährlich? Sie sind eine benigne fibromatöse Veränderung, also kein Krebs. Klinisch sind sie meist harmlos, können aber schmerzhaft werden und bei manchen Patientinnen und Patienten mit weiteren Fibromatosen (Morbus Dupuytren, Morbus Ledderhose) assoziiert sein.
Verschwinden Knuckle Pads von allein? Selten. Sie haben eine Tendenz zur Stabilisierung über Jahre, können aber in einzelnen Fällen langsam wachsen oder neu auftreten. Symptomatische Polster sind eine Indikation zur Therapie.
Wie schmerzhaft ist die Stoßwelle? Die Behandlung wird in den ersten Sekunden als unangenehm empfunden, ist insgesamt aber gut tolerierbar. Die Energiedichte wird individuell so eingestellt, dass die Behandlung effektiv und zumutbar bleibt.
Kann ich nach der Sitzung normal arbeiten? Ja. Es ist keine Pause oder spezielle Nachbehandlung nötig. Stärkere mechanische Belastungen direkt auf das behandelte Polster sollten am Behandlungstag vermieden werden.

