Es klingt fast zu einfach, um wahr zu sein: Licht soll Schmerzen lindern, Entzündungen bekämpfen und Gewebe zur Heilung anregen? Tatsächlich ist die Lasertherapie weit mehr als ein modischer Behandlungstrend. Sie ist eine wissenschaftlich fundierte, in der orthopädischen Praxis bestens bewährte Methode, die auf einem faszinierenden biologischen Prinzip beruht – und die für viele Patienten den entscheidenden Unterschied macht, wenn andere Therapien an ihre Grenzen stoßen. In diesem Beitrag erklären wir, wie die Lasertherapie funktioniert, bei welchen Beschwerden sie eingesetzt wird und warum wir sie in unserer orthopädischen Praxis in Perchtoldsdorf als wertvolle Ergänzung unseres Behandlungskonzepts einsetzen.
Was ist Lasertherapie?
Der Begriff Laser ist ein Akronym und steht für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“ – also für die Verstärkung von Licht durch stimulierte Strahlenemission. Was sich dahinter verbirgt, ist Licht einer ganz bestimmten Qualität: kohärent, monochromatisch und gebündelt. Anders als gewöhnliches Tageslicht, das aus einem Gemisch verschiedener Wellenlängen besteht und sich in alle Richtungen ausbreitet, ist Laserlicht auf eine einzige Wellenlänge fokussiert und tritt als gerichteter Strahl auf.
In der medizinischen Anwendung unterscheidet man zwischen Hochleistungslasern, die in der Chirurgie zum Schneiden und Koagulieren von Gewebe eingesetzt werden, und sogenannten Niedrigenergie- oder Softlasern, die in der Schmerztherapie und Rehabilitation verwendet werden. Es ist dieser therapeutische Laser, um den es in diesem Beitrag geht – ein Gerät, das nicht schneidet oder verbrennt, sondern auf sanfte, nicht-invasive Weise biologische Prozesse im Gewebe anregt.
Wie wirkt Lasertherapie im Körper?
Das Wirkprinzip der Lasertherapie liegt in der direkten Interaktion zwischen Lichtenergie und Körperzellen – ein Prozess, den die Wissenschaft als Photobiomodulation bezeichnet. Wenn Laserlicht auf biologisches Gewebe trifft, wird es von bestimmten Molekülen in den Zellen absorbiert – allen voran von den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle. Diese Absorption löst eine Kaskade von biochemischen Reaktionen aus, die weit über den bestrahlten Bereich hinausreichen.
Konkret stimuliert die Lasertherapie die Produktion von ATP, dem universellen Energieträger der Zelle. Mit mehr verfügbarer Energie arbeiten Zellen effizienter, reparieren Schäden schneller und produzieren mehr Kollagen für den Gewebeaufbau. Gleichzeitig werden entzündungsfördernde Botenstoffe gehemmt und entzündungshemmende Signalwege aktiviert. Die Durchblutung im bestrahlten Bereich verbessert sich, Schwellungen gehen zurück, und die Schmerzweiterleitung wird moduliert – was zu einer raschen und oft nachhaltigen Schmerzlinderung führt.
Was die Lasertherapie dabei von vielen anderen Behandlungsformen unterscheidet, ist ihre Fähigkeit, gleichzeitig auf mehreren biologischen Ebenen zu wirken: Sie lindert nicht nur den Schmerz, sondern fördert aktiv die strukturelle Heilung des erkrankten Gewebes. Sie ist damit keine rein symptomatische Maßnahme, sondern greift in die Ursache der Beschwerden ein.
Bei welchen Beschwerden wird Lasertherapie eingesetzt?
Das Einsatzspektrum der Lasertherapie in der Orthopädie ist bemerkenswert breit. Besonders bewährt hat sie sich bei akuten und chronischen Schmerzzuständen, die auf Entzündungen, Gewebeverletzungen oder degenerativen Veränderungen beruhen.
Bei Sehnenerkrankungen wie der Tendinopathie der Achillessehne, dem Tennisellenbogen oder dem Fersensporn zeigt die Lasertherapie eine deutliche entzündungshemmende und geweberegenerierende Wirkung – besonders dann, wenn die Beschwerden bereits seit längerer Zeit bestehen und auf konservative Maßnahmen nicht vollständig angesprochen haben. Die Kombination aus Stoßwellentherapie und Lasertherapie hat sich in diesen Fällen als besonders wirksam erwiesen, da beide Verfahren einander auf biologischer Ebene ergänzen: Die Stoßwelle gibt den mechanischen Heilungsimpuls, der Laser unterstützt die anschließende zelluläre Regeneration.
Auch bei Gelenkbeschwerden, insbesondere bei Arthrose der Knie-, Hüft- oder Fingergelenke, wird die Lasertherapie erfolgreich eingesetzt. Sie reduziert die Entzündungsreaktion in der Gelenkschleimhaut, lindert den Schmerz und kann den Knorpelstoffwechsel positiv beeinflussen – was zwar keine Arthrose heilt, aber den Verlauf verlangsamt und die Lebensqualität deutlich verbessert.
Darüber hinaus eignet sich die Lasertherapie hervorragend bei Wundheilungsstörungen, bei muskulären Verspannungen und Triggerpunkten sowie bei neurologisch bedingten Schmerzzuständen wie einer Nerveneinklemmung oder einem Karpaltunnelsyndrom. Auch in der Behandlung der Frozen Shoulder wird sie ergänzend eingesetzt, um die Entzündung der Gelenkkapsel zu dämpfen und die Durchblutung im Schulterbereich zu verbessern.
Ablauf einer Lasertherapie-Behandlung
Eine Lasertherapie-Sitzung ist für den Patienten angenehm unkompliziert. Der Behandlungskopf des Lasergeräts wird direkt auf die Haut über dem betroffenen Bereich aufgesetzt oder in geringem Abstand darüber gehalten. Je nach Gerät und Indikation spürt der Patient ein leichtes Wärmegefühl oder gar nichts – Lasertherapie ist vollständig schmerzfrei und hinterlässt keine sichtbaren Spuren auf der Haut.
Die Dauer einer Sitzung hängt von der Größe des Behandlungsareals und der eingesetzten Energiedosis ab. Punktuelle Behandlungen, etwa an einem Sehnenansatz oder einem Triggerpunkt, dauern wenige Minuten. Bei größeren Bereichen – wie einem Kniegelenk oder dem gesamten Schulterbereich – kann eine Sitzung zehn bis zwanzig Minuten in Anspruch nehmen. Nebenwirkungen sind bei sachgemäßer Anwendung äußerst selten. Da die verwendeten Energien deutlich unterhalb der Schwelle liegen, ab der Gewebe geschädigt werden könnte, ist die Behandlung auch bei regelmäßiger Anwendung sicher.
In der Regel werden mehrere Sitzungen in kurzem zeitlichen Abstand empfohlen – häufig zwei bis drei Mal pro Woche über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen. Die kumulativen Effekte der Lasertherapie sind dabei entscheidend: Jede Sitzung baut auf der vorangegangenen auf, und die biologischen Prozesse, die ausgelöst werden, entfalten ihre volle Wirkung oft erst nach mehreren Behandlungen. Weitere Informationen zum Ablauf finden Sie hier.
Lasertherapie und Stoßwellentherapie: ein starkes Duo
In unserer orthopädischen Praxis in Perchtoldsdorf setzen wir Laser- und Stoßwellentherapie häufig in Kombination ein – und das aus gutem Grund. Beide Methoden sind nicht-invasiv, beide fördern die biologische Selbstheilung des Körpers, und beide wirken auf komplementäre Weise.
Die Stoßwellentherapie ist besonders gut darin, in chronisch verändertem Gewebe eine neue Heilungsreaktion anzustoßen – sie gibt dem Körper den mechanischen Impuls, den er braucht, um degeneriertes Sehnen- oder Knochengewebe wieder aktiv zu reparieren. Die Lasertherapie unterstützt und verlängert diese Heilungsreaktion auf zellulärer Ebene: Sie verbessert die Energieversorgung der Zellen, reduziert Entzündungen und fördert den Aufbau von neuem Kollagen und Bindegewebe. Gemeinsam eingesetzt führen sie zu schnelleren und stabileren Behandlungsergebnissen, als es jede Methode allein vermag.
Ähnliches gilt für die Kombination aus Lasertherapie und Magnetfeldtherapie. Während der Laser gezielt auf einen umschriebenen Bereich wirkt, beeinflusst die Magnetfeldtherapie das Membranpotenzial der Zellen im gesamten behandelten Gewebe und unterstützt so die übergeordnete Regenerationsfähigkeit des Organismus. Diese Kombination empfehlen wir besonders bei großflächigeren Beschwerden oder bei Patienten, deren allgemeine Regenerationsfähigkeit durch Erschöpfung, Alter oder chronische Erkrankungen eingeschränkt ist.
Für wen ist Lasertherapie geeignet?
Die Lasertherapie ist grundsätzlich für Erwachsene jeden Alters geeignet und wird gut vertragen. Es gibt einige Kontraindikationen, die vor Beginn der Behandlung abgeklärt werden müssen: Direkte Bestrahlung von Tumoren oder tumorverdächtigen Arealen ist nicht erlaubt. Auch über der Schilddrüse, während der Schwangerschaft und direkt über Augen wird kein Laser eingesetzt. Bei Patienten, die bestimmte lichtempfindlich machende Medikamente einnehmen, ist Vorsicht geboten. All diese Punkte werden in unserem Erstgespräch systematisch abgeklärt, sodass die Behandlung für jeden Patienten sicher und individuell abgestimmt erfolgt.
Besonders gut geeignet ist die Lasertherapie für Patienten, die eine sanfte, nicht-invasive Behandlungsoption suchen, für ältere Menschen mit eingeschränkter Belastbarkeit, für Sportler in der Akutphase einer Verletzung, bei denen schnelle Regeneration gefragt ist, sowie für alle, deren Beschwerden auf eine entzündliche oder degenerative Ursache zurückgehen.
Lasertherapie in Perchtoldsdorf – ganzheitlich eingebettet
Als orthopädische Praxis in Perchtoldsdorf verstehen wir die Lasertherapie nicht als eigenständige Insellösung, sondern als Teil eines durchdachten Behandlungskonzepts. Wir untersuchen zunächst sorgfältig, welche Strukturen betroffen sind, wie weit die Gewebeveränderungen fortgeschritten sind und welche Kombination aus Therapiemaßnahmen für den jeweiligen Patienten am sinnvollsten ist. Erst auf dieser Grundlage entscheiden wir, ob und wie die Lasertherapie in den Behandlungsplan integriert wird.
Wenn Sie Fragen zur Lasertherapie haben oder wissen möchten, ob sie bei Ihren Beschwerden in Frage kommt, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis in Perchtoldsdorf – wir nehmen uns die Zeit, Ihre Situation gründlich zu beurteilen und gemeinsam mit Ihnen den besten Weg zu Schmerzfreiheit und Beweglichkeit zu finden.

