Eine Kalkschulter – medizinisch Tendinosis calcarea – gehört zu den häufigen Ursachen für anhaltende Schulterschmerzen. Dabei lagert sich Kalk in einer Sehne der Rotatorenmanschette ein und kann Bewegung und Nachtruhe deutlich einschränken. In unserer Sportpraxis Austria in Perchtoldsdorf bei Wien begleitet Sie Prof. Dr. Karsten Knobloch FACS (im Folgenden Prof. Knobloch) bei der Abklärung und Behandlung. Eine zentrale, evidenzbasierte Behandlungsoption ist die Stoßwellentherapie (ESWT), die das Kalkdepot der Schulter gezielt adressieren kann. Dieser Beitrag erklärt Symptome, Diagnostik und Behandlungswege – sachlich und auf dem Stand aktueller Studien.
Was ist eine Kalkschulter (Tendinosis calcarea)?
Bei einer Kalkschulter bilden sich Kalziumablagerungen (Kalziumhydroxylapatit) in den Sehnen der Rotatorenmanschette – am häufigsten in der Sehne des Musculus supraspinatus. Dieser Vorgang wird als Tendinosis calcarea oder kalzifizierende Tendinitis bezeichnet. Das Kalkdepot der Schulter ist kein gewöhnlicher Verschleiß: Es handelt sich um einen aktiven, mehrphasigen Prozess, bei dem zunächst Kalk eingelagert und später vom Körper wieder abgebaut wird.
Wichtig zur Einordnung: Die Kalkschulter ist nicht dasselbe wie eine Schultersteife. Während bei der Tendinosis calcarea ein Kalkdepot im Vordergrund steht, ist die Frozen Shoulder durch eine entzündliche Schrumpfung der Gelenkkapsel gekennzeichnet. Beide können Schulterschmerzen verursachen, erfordern aber unterschiedliche Behandlungswege.
Eine ausführliche Abgrenzung lesen Sie in unserem Beitrag Frozen Shoulder verstehen und behandeln.
Ursachen und Phasen: Wie entsteht das Kalkdepot der Schulter?
Die genaue Ursache der Kalkschulter ist nicht abschließend geklärt. Diskutiert werden Faktoren wie eine zeitweise verminderte Durchblutung der Sehne, mechanische Belastung sowie Stoffwechsel- und Hormonprozesse. Häufig betroffen sind Erwachsene zwischen etwa 30 und 60 Jahren. Die Erkrankung kann auch entstehen, ohne dass eine eindeutige Überlastung vorliegt.
Die Tendinosis calcarea verläuft typischerweise in Phasen, die sich nach dem Modell von Uhthoff beschreiben lassen:
• Präkalzifikationsphase: Das Sehnengewebe wandelt sich um und bereitet die Kalkeinlagerung vor. Oft beschwerdearm.
• Kalzifikationsphase: Kalk wird eingelagert (Formationsstadium), bleibt eine Zeit lang bestehen (Ruhestadium) und wird anschließend wieder aufgelöst (Resorptionsstadium). Gerade die Resorption kann mit starken, akuten Schmerzen einhergehen.
• Postkalzifikationsphase: Der Körper baut das Kalkdepot ab, die Sehne heilt aus. Bei einem Teil der Betroffenen verschwindet das Depot von selbst.
Dieser phasenhafte Verlauf erklärt, warum Beschwerden bei einer Tendinosis calcarea sehr unterschiedlich ausfallen können – von nahezu symptomfrei bis hin zu heftigen, akuten Schmerzattacken.
Kalkschulter: Symptome und Diagnostik
Typische Kalkschulter-Symptome
Die Beschwerden einer kalzifizierenden Tendinitis reichen von leichtem Ziehen bis zu erheblichen Schmerzen. Häufig berichten Betroffene über:
• Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms, besonders zwischen etwa 60 und 120 Grad
• Nachtschmerz und Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Schulter
• Bewegungseinschränkung und Kraftverlust im Alltag
• akute, sehr intensive Schmerzen in der Resorptionsphase
Da diese Symptome auch bei anderen Schultererkrankungen auftreten, ist eine sorgfältige ärztliche Abklärung wichtig, bevor eine Behandlung beginnt.
Diagnostik: Ultraschall und Röntgen
Zur Diagnose gehören das ärztliche Gespräch, eine klinische Untersuchung mit Funktionstests der Schulter sowie bildgebende Verfahren. Das Röntgenbild macht das Kalkdepot der Schulter sichtbar und erlaubt eine Einschätzung von Größe und Lage. Der Ultraschall (Sonografie) ergänzt die Diagnostik dynamisch: Er zeigt die Sehne in Bewegung, hilft bei der Beurteilung der Kalkstruktur und unterstützt – falls erforderlich – die gezielte Steuerung einer Behandlung. In Wien und Perchtoldsdorf erfolgt diese Abklärung bei Prof. Knobloch individuell und mit Blick auf Ihre konkrete Beschwerdesituation.
Kalkschulter Behandlung: konservativ, Stoßwellentherapie und mehr
Die Behandlung richtet sich nach Beschwerden, Phase und Befund. In vielen Fällen wird zunächst konservativ – also ohne Operation – vorgegangen. Die folgenden Bausteine kommen je nach Situation einzeln oder kombiniert in Betracht.
Konservative Basismaßnahmen
Zu den konservativen Maßnahmen zählen Physiotherapie zur Verbesserung von Beweglichkeit und Schulterfunktion, gezielte Bewegungsübungen sowie – nach ärztlicher Abwägung – schmerz- und entzündungshemmende Medikamente in der akuten Phase. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern und die Schulter wieder belastbar zu machen.
Stoßwellentherapie (ESWT) bei der Kalkschulter
Die Stoßwellentherapie (extrakorporale Stoßwellentherapie, ESWT) ist eine der wichtigsten konservativen Behandlungsoptionen bei der Tendinosis calcarea. Dabei werden energiereiche Schalldruckwellen von außen auf das Kalkdepot der Schulter gerichtet. Ziel ist es, den körpereigenen Abbau des Kalks anzuregen, die Durchblutung des Gewebes zu fördern und so Schmerzen zu reduzieren.
Man unterscheidet die fokussierte Stoßwelle, deren Energie gezielt in der Tiefe auf das Kalkdepot konzentriert wird, von der radialen Stoßwelle, die ihre Energie eher oberflächennah verteilt. Für die Behandlung eines tiefer liegenden Kalkdepots der Schulter wird häufig die fokussierte Stoßwelle eingesetzt, da sie den Zielbereich präzise erreichen kann. Welches Verfahren in welcher Energiestufe sinnvoll ist, entscheidet sich nach individueller Begutachtung.
Der angenommene Wirkmechanismus beruht darauf, dass die mechanische Energie der Schalldruckwellen im Gewebe biologische Reize setzt. Diskutiert werden eine Anregung des Zellstoffwechsels, eine verbesserte lokale Durchblutung sowie ein gefördertes Aufbrechen und Abtransportieren der Kalkablagerung. Die Behandlung erfolgt von außen, ohne Schnitt und in der Regel ohne Narkose. Die Anwendung wird mithilfe eines Schallkopfes durchgeführt, dessen Position bei Bedarf per Ultraschall kontrolliert wird, um die Energie möglichst genau auf das Depot zu richten.
Needling und Injektionstherapie
Bei größeren oder hartnäckigen Kalkdepots kann ein ultraschallgesteuertes Needling (Punktion und Absaugung des Kalks) erwogen werden. Ergänzend stehen je nach Befund Injektionstherapien zur Verfügung, etwa zur Schmerzlinderung. Welche Option geeignet ist, wird individuell besprochen.
EMTT und Lasertherapie als ergänzende Optionen
Ergänzend zur Stoßwellentherapie können physikalische Verfahren wie die EMTT Magnetfeldtherapie oder die Lasertherapie (LLLT) zum Einsatz kommen. Sie zielen darauf ab, Regenerationsprozesse im Gewebe zu unterstützen, und werden häufig im Rahmen eines kombinierten Behandlungskonzepts eingesetzt. Die Auswahl erfolgt nach individueller Begutachtung.
Wann ist eine Operation nötig?
Eine Operation kommt bei der Tendinosis calcarea erst in Betracht, wenn konservative Maßnahmen über einen ausreichenden Zeitraum nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben und ein großes, anhaltend symptomatisches Kalkdepot vorliegt. In vielen Fällen lässt sich eine Operation jedoch vermeiden, da ein erheblicher Teil der Kalkdepots auf konservative Behandlung anspricht oder sich im natürlichen Verlauf zurückbildet. Die Entscheidung wird stets individuell und gemeinsam mit Ihnen getroffen.
Ablauf der Kalkschulter-Behandlung in Perchtoldsdorf bei Wien
In der Sportpraxis Austria in Perchtoldsdorf bei Wien beginnt die Behandlung mit einem ausführlichen Gespräch und einer klinischen Untersuchung. Mittels Ultraschall und – falls erforderlich – Röntgen wird das Kalkdepot der Schulter beurteilt. Auf dieser Grundlage stellt Prof. Knobloch einen individuellen Behandlungsplan zusammen, der konservative Maßnahmen und – wo sinnvoll – die Stoßwellentherapie umfasst.
Eine ESWT-Sitzung dauert in der Regel nur wenige Minuten. Häufig sind mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Tagen bis Wochen vorgesehen; die genaue Anzahl richtet sich nach Befund und Verlauf. Nach den Sitzungen ist meist keine längere Ausfallzeit nötig, sodass sich die Behandlung gut in den Alltag in Wien und Umgebung einfügen lässt.
Vorbereitung und Nachsorge
Eine aufwändige Vorbereitung ist für die Stoßwellentherapie meist nicht erforderlich. Es empfiehlt sich, vorhandene Befunde wie Röntgen- oder Ultraschallbilder zum Termin mitzubringen, damit Lage und Größe des Depots berücksichtigt werden können. Nach der Anwendung kann der behandelte Bereich vorübergehend gerötet oder druckempfindlich sein; intensive Belastungen der Schulter sollten in den Stunden danach gemieden werden. Begleitende Bewegungsübungen aus der Physiotherapie können den Behandlungsverlauf sinnvoll unterstützen. Treten ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden auf, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen.
Termin bei Prof. Knobloch in Wien
Sie möchten Ihre Schulterbeschwerden abklären lassen und die Behandlungsoptionen bei Ihrem Beschwerdebild besprechen? Termin online buchen – Prof. Knobloch und das Team der Sportpraxis Austria in Perchtoldsdorf bei Wien begleiten Sie individuell und auf dem Stand aktueller Evidenz.
Häufige Fragen zur Kalkschulter (FAQ)
Wie lange dauert die Behandlung einer Kalkschulter?
Das hängt vom Befund und der gewählten Therapie ab. Bei der Stoßwellentherapie sind häufig mehrere kurze Sitzungen im Abstand von einigen Tagen bis Wochen vorgesehen. Der gesamte Behandlungsverlauf kann sich über mehrere Wochen erstrecken, da der körpereigene Abbau des Kalkdepots Zeit benötigt. Eine genaue Einschätzung erfolgt individuell.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Stoßwellentherapie?
Eine Kostenübernahme ist abhängig von Ihrem Versicherungsstatus und der jeweiligen Leistung. Da dies unterschiedlich gehandhabt wird, empfehlen wir, die Erstattung vorab mit Ihrer Krankenversicherung zu klären. Die genannten Kosten verstehen sich als Richtwerte.
Ist die Stoßwellentherapie bei der Kalkschulter schmerzhaft?
Die Stoßwellentherapie kann während der Anwendung als unangenehm oder leicht schmerzhaft empfunden werden, da Energie gezielt auf den betroffenen Bereich gerichtet wird. Die Intensität lässt sich in der Regel anpassen. Wie Sie die Behandlung erleben, ist individuell verschieden und wird im Vorfeld mit Ihnen besprochen.
Muss eine Kalkschulter operiert werden?
In vielen Fällen nicht. Ein erheblicher Teil der Kalkdepots spricht auf konservative Maßnahmen an oder bildet sich im natürlichen Verlauf zurück. Eine Operation kommt erst in Betracht, wenn konservative Behandlungen über einen ausreichenden Zeitraum nicht ausreichend geholfen haben. Die Entscheidung wird stets individuell getroffen.
Worin unterscheidet sich die Kalkschulter von der Frozen Shoulder?
Bei der Kalkschulter steht ein Kalkdepot in einer Sehne im Vordergrund, bei der Frozen Shoulder eine entzündliche Schrumpfung der Gelenkkapsel. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Frozen Shoulder verstehen und behandeln.
Ihr nächster Schritt: Lassen Sie Ihre Kalkschulter in Wien abklären. Termin online buchen bei Prof. Knobloch in der Sportpraxis Austria, Perchtoldsdorf bei Wien.

