Ein Tennisarm – medizinisch die Epicondylitis humeri radialis – verursacht hartnäckige Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, die bis in den Unterarm ausstrahlen können. Eine fundierte Tennisarm-Behandlung setzt zunächst auf konservative Maßnahmen und kann bei anhaltenden Beschwerden um regenerative Verfahren ergänzt werden. In der Sportpraxis Austria von Prof. Dr. Karsten Knobloch FACS in Perchtoldsdorf bei Wien werden Patientinnen und Patienten mit Tennisellenbogen sachlich und evidenzorientiert begutachtet. Dieser Beitrag erklärt Ursachen, Diagnostik und Behandlungsoptionen – ehrlich eingeordnet, ohne Heilsversprechen.
Was ist ein Tennisarm? Epicondylitis humeri radialis erklärt
Der Begriff Tennisarm beschreibt eine schmerzhafte Reizung der gemeinsamen Sehnenansätze der Unterarmstreckmuskulatur am äußeren (lateralen) Knochenvorsprung des Oberarmknochens, dem Epicondylus radialis. Betroffen sind vor allem die Sehnen der Unterarmmuskulatur, die das Handgelenk und die Finger strecken – insbesondere der Ansatz des Musculus extensor carpi radialis brevis (ECRB) und longus (ECRL) Fachlich spricht man von einer Epicondylitis humeri radialis oder einer lateralen Epicondylopathie.
Entgegen dem Namen ist Tennis nur selten die Ursache. Heute geht man davon aus, dass es sich weniger um eine klassische Entzündung als um eine Tendinopathie handelt: ein degenerativer, belastungsbedingter Umbau des Sehnengewebes mit gestörter Heilung. Diese Unterscheidung ist für die Therapie relevant, weil sie erklärt, warum eine reine Ruhigstellung oft nicht ausreicht und ein aktives Belastungsmanagement im Vordergrund steht.
Das Pendant auf der Innenseite des Ellenbogens, die Epicondylitis humeri ulnaris, wird umgangssprachlich Golferellenbogen genannt und ist etwa dreimal seltener als der Tennisellenbogen und betrifft die Unterarmbeugemuskulatur, insbesondere den M. flexor carpi ulnaris (FCU). Der Tennisellenbogen an der Außenseite ist deutlich häufiger und betrifft meist Menschen zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr.
Ursachen und Risikofaktoren – nicht nur Tennis
Ein Tennisarm entsteht typischerweise durch wiederholte, gleichförmige Überlastung der Unterarmstreckmuskulatur. Auslöser sind häufig berufliche oder alltägliche Tätigkeiten, nicht der Sport. Zu den relevanten Risikofaktoren zählen:
- Repetitive Hand- und Greifbewegungen, etwa am Computer (Maus, Tastatur, auch nach Computerspielen/Gaming), bei händischen Handwerksberufen oder in der Montage
- Kraftvolle, monotone Belastungen mit Werkzeugen, Schraubendrehern oder schwerem Heben, auch die Gartenarbeit im Frühjahr und Herbst
- Ungewohnte oder zu intensive Trainingsbelastung, auch bei Rückschlagsportarten wie Tennis, Squash oder Badminton
- Technik- und Materialfehler im Sport (z. B. ungeeignete Schlägergröße oder Bespannung)
- Muskuläre Dysbalancen und eine geschwächte Schulter-Arm-Kette
Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend. Wer früh gegensteuert und die auslösende Belastung anpasst, hat in der Regel günstigere Voraussetzungen. Genau hier setzt ein strukturiertes Vorgehen an.
Symptome und Diagnostik beim Tennisellenbogen
Leitsymptom ist ein lokaler Druckschmerz am äußeren Ellenbogen, der sich beim Greifen, Anheben oder Strecken des Handgelenks verstärkt. Typische Beschwerden sind:
- Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, oft ausstrahlend in den Unterarm
- Kraftverlust und Schmerz beim Händedruck, beim Tragen von Taschen oder beim Drehen eines Türgriffes
- Morgendliche Steifigkeit oder Anlaufschmerz
Die Diagnose stellt Prof. Knobloch in der Regel klinisch: durch das Patientengespräch (Anamnese), gezielte Provokationstests und das Abtasten der schmerzhaften Sehnenansätze. Bildgebende Verfahren wie die hochauflösende Sonografie (Ultraschall) können den Entzündungsgrad der betroffenen Sehnen bestimmen helfen. In ausgewählten Fällen kommt eine MRT-Untersuchung infrage, etwa um Begleitverletzungen oder Differenzialdiagnosen wie eine Nervenkompression auszuschließen. Eine genaue Diagnostik ist die Grundlage jeder sinnvollen Therapie.
Konservative Erstlinientherapie: was bei Tennisarm zuerst zu tun ist
Die erste Linie der Therapie ist konservativ und nicht-operativ. Im Mittelpunkt stehen Belastungssteuerung, Vermeidung von Überforderung und ein gezieltes Training der überforderten betroffenen Sehnen. Die meisten Tennisellenbogen bessern sich über Wochen bis Monate – Geduld und Konsequenz sind wichtige Faktoren.
Exzentrisches Training und Belastungsmanagement
Als Basismaßnahme gilt ein dosiertes Sehnentraining, häufig mit Schwerpunkt auf exzentrischen (bremsenden) Übungen der Unterarmstrecker. Hier bietet sich insbesondere der TheraBand FlexBar Stab an, der bei ausgestreckten Armen nach oben wie nach unten gebogen wird mit 15 Wiederholungen pro Satz und 3×15 Wiederholungen zweimal pro Tag über mindestens 3 Monate täglich.
Solche progressiven Belastungsprogramme zielen darauf ab, die Sehne kontrolliert zu reizen und den Umbauprozess zu unterstützen.
Weitere konservative Bausteine
- Kinesiotape
- Medical Flossing
- Orthesen oder eine Epicondylitis-Spange zur Entlastung des Sehnenansatzes
- Anpassung und Optimierung des Arbeitsplatzes (Ergonomie)
Erst wenn diese Erstlinientherapie über einen angemessenen Zeitraum nicht ausreichend hilft, werden regenerative Verfahren als ergänzende Optionen besprochen.
Regenerative Optionen: Stoßwellentherapie, Laser, EMTT und Injektionen
Bei hartnäckigem Tennisarm können ergänzende, nicht-operative Verfahren erwogen werden. In der Sportpraxis Austria in Perchtoldsdorf bei Wien werden diese Optionen individuell und nach ehrlicher Abwägung der Studienlage besprochen. Wichtig vorab: Für kein Verfahren lässt sich ein garantierter Erfolg zusichern, und die Evidenz ist je nach Methode unterschiedlich stark.
Stoßwellentherapie (ESWT) bei Epicondylitis
Die Stoßwellentherapie (extrakorporale Stoßwellentherapie, ESWT) ist ein zentrales regeneratives Verfahren der Praxis. Dabei werden gebündelte mechanische Druckwellen auf das betroffene Sehnengewebe gerichtet. Diskutierte Wirkmechanismen sind eine verbesserte lokale Durchblutung, eine Anregung von Heilungs- und Umbauprozessen sowie eine Beeinflussung der Schmerzweiterleitung.
Hochleistungslaser / Low-Level-Lasertherapie (LLLT)
Die Lasertherapie (LLLT) nutzt Licht definierter Wellenlängen, um Stoffwechsel- und Regenerationsprozesse im Gewebe zu unterstützen. Für die Low-Level-Lasertherapie bei Epicondylitis liegen systematische Reviews vor – etwa von Bjordal et al. (2008) in BMC Musculoskeletal Disorders –, die unter bestimmten Bedingungen (Dosis, Bestrahlungsort) einen schmerzlindernden Effekt nahelegen. Auch hier gilt: Die Ergebnisse hängen stark von Parametern und Studienqualität ab, sodass die Lasertherapie als ergänzende Option, nicht als Allheilmittel, einzuordnen ist.
EMTT – extrakorporale Magnetotransduktionstherapie
Die EMTT (Magnetfeldtherapie) ist ein vergleichsweise neues Verfahren, das hochenergetische Magnetimpulse einsetzt und teils mit der Stoßwellentherapie kombiniert wird. Die wissenschaftliche Datenlage zu EMTT bei Sehnenerkrankungen ist noch begrenzt und befindet sich im Aufbau. Sie wird in der Praxis als ergänzende Option transparent und mit entsprechender wissenschaftlicher Einordnung besprochen.
Injektionstherapien
In ausgewählten Fällen können Injektionstherapien mit Polidocanol oder Hyaluronsäure erwogen werden. Die Auswahl und Indikation richtet sich nach dem individuellen Befund und der aktuellen wissenschaftlichen Bewertung. Auch hier wird auf eine ehrliche Nutzen-Risiko-Abwägung Wert gelegt, da die Evidenz je nach Substanz unterschiedlich ausfällt.
Ablauf der Tennisarm-Behandlung in Perchtoldsdorf bei Wien
In der Sportpraxis Austria in Perchtoldsdorf bei Wien folgt die Tennisarm-Behandlung einem strukturierten Weg:
- Anamnese und klinische Untersuchung des Ellenbogens, ergänzt durch Ultraschall bei Bedarf
- Festlegung der konservativen Erstlinientherapie inklusive exzentrischem Training und Belastungsmanagement
- Bei unzureichendem Ansprechen: Besprechung regenerativer Optionen wie Stoßwellentherapie, Laser oder EMTT, ggf. Injektionstherapien
- Verlaufskontrollen und Anpassung des Behandlungsplans an den individuellen Heilungsverlauf
Prof. Knobloch legt Wert darauf, Erwartungen realistisch zu halten und die Behandlung gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten zu planen. Der Standort in Perchtoldsdorf ist aus Wien gut erreichbar.
Differenzialdiagnose: nicht jeder Ellenbogenschmerz ist ein Tennisarm
Schmerzen am äußeren Ellenbogen können verschiedene Ursachen haben. Bevor eine gezielte Therapie beginnt, ist es wichtig, einen Tennisellenbogen von anderen Beschwerdebildern abzugrenzen. Dazu gehören unter anderem:
- Nervenkompressionssyndrome, etwa eine Reizung des Nervus radialis (Supinatorlogen-Syndrom), die ähnliche Schmerzen verursachen kann
- Veränderungen des Ellenbogengelenks selbst, zum Beispiel arthrotische Reizzustände
- Beschwerden, die von der Halswirbelsäule oder Schulter in den Arm ausstrahlen
- Der Golferellenbogen (Epicondylitis humeri ulnaris) auf der Innenseite des Ellenbogens
Diese Abgrenzung erfolgt im Rahmen der ärztlichen Untersuchung. Sie ist entscheidend, weil sich die Behandlungsstrategie je nach Ursache deutlich unterscheidet. Ein vermeintlicher Tennisarm, der trotz konsequenter Therapie nicht anspricht, sollte daher erneut hinterfragt und gegebenenfalls weiter abgeklärt werden.
Prävention und Selbsthilfe im Alltag
Wer einen Tennisellenbogen überstanden hat oder erste Anzeichen bemerkt, kann mit einfachen Maßnahmen viel zur Entlastung beitragen. Diese Empfehlungen ersetzen keine ärztliche Beratung, können die eigentliche Therapie aber sinnvoll begleiten:
- Belastung dosieren: monotone Greif- und Streckbewegungen über den Tag verteilen und regelmäßige Pausen einlegen
- Arbeitsplatz ergonomisch gestalten, etwa Maus, Tastatur und Werkzeuge so anpassen, dass das Handgelenk entlastet wird
- Unterarm- und Schultermuskulatur regelmäßig dehnen und kräftigen, idealerweise nach physiotherapeutischer Anleitung
- Im Sport auf Technik und Material achten und die Trainingsbelastung schrittweise steigern statt sprunghaft zu erhöhen
- Bei wiederkehrenden Beschwerden frühzeitig fachärztlichen Rat einholen, bevor sich ein chronischer Verlauf entwickelt
Ein konsequentes Belastungsmanagement ist oft der wichtigste Hebel, um Rückfälle zu vermeiden. Die Sehne braucht Reize, um zu heilen, aber keine Überlastung. Diese Balance individuell zu finden, ist ein zentrales Ziel der Begutachtung in Perchtoldsdorf bei Wien.
Häufige Fragen zur Tennisarm-Behandlung (FAQ)
Wie lange dauert es, bis sich ein Tennisarm bessert?
Ein Tennisellenbogen ist oft hartnäckig. Bei konsequenter konservativer Behandlung tritt eine Besserung meist über mehrere Wochen bis Monate ein. Der Verlauf ist individuell und hängt von Schweregrad, Belastung und Mitarbeit ab. Eine pauschale Erfolgsgarantie gibt es nicht.
Werden die Kosten von der Versicherung übernommen?
Das hängt von Ihrem Versicherungsstatus und dem jeweiligen Verfahren ab. Regenerative Verfahren wie die Stoßwellentherapie sind häufig Selbstzahlerleistungen. Bitte klären Sie eine mögliche Kostenübernahme individuell mit Ihrer Versicherung.
Ist die Stoßwellentherapie schmerzhaft?
Während der Stoßwellenbehandlung kann ein vorübergehendes Druck- oder Zeitgefühl auftreten. Die Intensität lässt sich in der Regel anpassen. Wie eine Behandlung empfunden wird, ist individuell verschieden und wird vor Ort besprochen.
Wann sollte ich mit einem Tennisarm zum Arzt?
Ärztlichen Rat sollten Sie suchen, wenn die Schmerzen über mehrere Wochen anhalten, sich verschlimmern, in Ruhe auftreten oder mit Kraftverlust, Taubheit oder Schwellung einhergehen. Eine frühzeitige Abklärung hilft, die passende Therapie festzulegen und andere Ursachen auszuschließen.
Termin für Ihre Tennisarm-Behandlung in Wien
Sie möchten Ihren Tennisellenbogen fachärztlich abklären lassen? In der Sportpraxis Austria von Prof. Dr. Karsten Knobloch FACS in Perchtoldsdorf bei Wien werden Sie individuell begutachtet und über die für Sie passenden, evidenzbasierten Optionen informiert – von der konservativen Erstlinientherapie bis zu regenerativen Verfahren wie der Stoßwellentherapie.

